Rettungstaucherprüfung am 25.09.2004

 

Um zehn Uhr morgens am Samstag den 25.9.2004 trafen sich die Kandidaten für die Rettungstaucherprüfung mit dem Prüfungskomitee des DRK Nordrhein in der Wache in Neuss. Prüflinge waren Manfred aus Bonn, Christian aus Neuss, Kai aus Essen und Ulrike aus dem Rhein-Sieg-Kreis. Carsten aus Bonn nutzte die Gelegenheit, um sich seine Fähigkeiten als Signalmann attestieren zu lassen. Das Prüfungskomitee setzte sich zusammen aus Klaus Papenfuss - dem Ausbildungskönig für das Tauchen im Landesverband Nordrhein – Günter und Nicole (DRK Tauchausbilder aus Neuss) und Michael (Tauchlehrer aus Bonn).

Vorangegangen war eine zweijährige Ausbildung in allen praktischen Dingen des Tauchens b.z.w. des Arbeitens unter Wasser. Die Ausbildung stellte nicht nur hohe Ansprüche an die Lerninhalte für die Routine unter Wasser sondern auch an die Geduld und eingeschränkte Freizeitgestaltung zugunsten des DRK. Unzählige Wochenenden verbrachten wir im Sommer 2004 an und in einem Baggerloch nahe des Autobahnkreuzes Meerbusch. Der unerbittliche Ausbilder lehrte uns verschiedene Suchmuster zu tauchen und dabei auch noch so kleine Dinge im zugewucherten See zu finden wie ein unabsichtlich geopfertes Tauchermesser. Gefunden und geborgen wurden neben dem Standardblei mit angebundener leeren Colaflasche auch „verunglückte“ (oder besser unglücklich wartende) Taucher und schwere Gegenstände mittels Hebesack. Auch hämmern, sägen und schneiden unter Wasser standen auf dem Programm – und es gab nachher nur einen Verletzten. Wir mussten beweisen, dass wir mit Trockentauchanzug oder nachts mit Licht tauchen und dabei noch etwas finden können. Kurz gesagt, ein Rettungstaucher muss mit allen Widrigkeiten unter Wasser klar kommen, vom Versagen aller möglichen Ausrüstungsgegenstände bis hin zur lästigen Wechselatmung im Schwebezustand auf 3 Metern Wassertiefe. Auch wenn nicht alle Übungen zu meiner Lieblingsbeschäftigung wurden, habe ich eine Menge Routine unter Wasser gewonnen. Das macht das Tauchen für mich noch sicherer und Hilfe für andere überhaupt erst möglich.

Die Prüfung bestand aus einer zweistündigen Klausur (zur Tauchtheorie mit Physik und Berechnungen, Ausrüstung, Rechtslage und Notfallmedizin) und einem praktischen Teil im See. Nach der Klausur am Vormittag ging es mittags gemeinsam zum Kaarster See, wo Christians Eltern mit einem Mittagessen aufwarteten. Anschließend wurden Prüfer und Prüflingsteams zusammengelost. Der praktische Teil der Prüfung bestand aus folgenden Übungen:

Apnoe-Antauchen des Leichtauchgerätes (Jacket, Flasche, Automat) bis auf sieben Meter Tiefe und Anziehen im Schwebezustand, Tieftauchen mit wiederholter Attacken unvorhergesehener Ausrüstungsdemontagen durch den Prüfer,  Wechselatmung im Schwebezustand, Bergen eines ausgerüsteten Tauchers und Abschleppen über 50m, Kompasszieltauchen und Tauchen ohne Maske und schließlich Leinentauchen bei sehr mäßiger Sicht und sehr unübersichtlichem Gelände.

Am Ende des Nachmittags konnte allen Prüflingen die notwendigen praktischen Fähigkeiten bestätigt werden – die langwierige und kompromisslose Ausbildung hatte sich gelohnt. Die positive Bestätigung des Klausurergebnisses gab es anderthalb Wochen später per Mail.