Prüfung der Signalleute 2003

 

Am Samstag den 15.2.03, ein strahlend blauer Wintertag, konnten die Spaziergänger an den Ufern des Rotter Sees gar Seltsames beobachten. Viele Menschen – zum Teil anhand der Kleidung als Leute vom DRK zu identifizieren – standen am See und schickten ein paar unerschrockene Taucher unter das etwa vier Zentimeter dicke das Eis. Das war der praktische Teil der Prüfung zum Signalmann. Der theoretische Teil hatte in Form einer Klausur schon am Freitagabend in Neuss statt gefunden.

Der erste Teil der Gruppe – Yvonne, Mareike, Jens, Manfred und Ulrike - traf sich mit den Tauchern und den Prüfern schon um vierzehn Uhr auf dem Parkplatz an der Cardbahn. Die Gruppe der Taucher bestand aus Helmut, Mathias, Stefan und nn (aus Neuss) und Manuell als Reservetaucher. Unter den kritischen Augen der Prüfer Klaus, Rolf, Michael und Günter waren vier Prüfungsteile zu bestehen. Im ersten Teil musste den Tauchern bei der Anlegung sämtlicher Ausrüstung geholfen werden. Dazu gehört auch das Zusammensetzen der Tauchausrüstung. Die zweite Etappe war der Buddy Check, auch hier gab es viel falsch zu machen. Besonders strenge Bedingungen für die Sicherheitsanforderungen herrschten, weil die Taucher unter einer geschlossenen Eisdecke tauchen sollten. Da sollte keiner verloren gehen – deshalb macht man lieber noch ein paar zusätzliche Knoten (Palstek) oder sichert den Taucher mit einem verschraubbaren Karabinerhaken.

Dann ging es runter zum Wasser. Der See erwartete uns in winterlicher Schönheit. Nachdem bestimmte Dinge mit dem jeweiligen Taucher geklärt waren (Wiederholung der Leinensignale, Wohlbefinden des Tauchers, seine tatsächliche Absicht tauchen zu gehen, wo und in welchem Muster getaucht würde und wie lange), durften sie endlich ins Wasser. Das war gar nicht so einfach. Die Taucher mussten sich Ihren Weg ins Wasser erkämpfen, unter all ihrem Gewicht zerbarst das Eis. Nach kurzem Dichtigkeitstest ging es ab in die eisigen Tiefen. Unten angekommen gab der Taucher durch fünfmaliges Ziehen das OK Zeichen, das vom Signalmann entsprechend bestätigt wurde. Und dann folgten die Signale für das Scheibenwischermuster. Anhand der gut erkennbaren Luftblasen, die der Taucher mit ihrer Atemluft unter dem Eis hinterließ, war das abgesuchte Gebiet gut zu erkennen.

Nach kurzer Demonstration gewann der Prüfer einen positiven Eindruck und dem Taucher konnte das Signal zum Austauchen gegeben werden. Der Signalmann zog ihn an der Leine wieder zum Loch im Eis am Seeufer. Manche Taucher haben Fundsachen mitgebracht – wie z.B. Helmut zwei eisgekühlte volle Kölschflaschen!

Der vierte Teil der Prüfung bestand darin, dem Taucher wieder beim ”Abrüsten” zu helfen. Inzwischen war der zweite Teil der Prüflinge (Marco, Johannes, Ralf, Steffi und Christian, letztere beide aus Neuss) schon eingetroffen. Und auf ging’s noch einmal in den See.

Als auch die fertig waren, hatte die eisige Kälte inzwischen schon von den  Nichttauchern Besitz ergriffen – da half auch die doppelte Strumpfhose nichts. Die Kälte ist nicht nur unangenehm für alle an Land, sondern sie birgt auch die Gefahr des Vereisens der Lungenautomaten, die sich durch das wiederholte Auftauchen noch erhöhte. Aber alle Automaten haben diesen extremen Belastungstest bestanden.

Wieder oben am Parkplatz absolvierte die zweite Gruppe der Prüflinge noch die letzten Prüfungsteil und half den Tauchern beim ”Abtakeln”. Die Sachen wurden im Auto verstaut. Bei einem heißen Tee aus der Thermoskanne, an die jeder zuvorkommende Signalmensch zu denken hat,  konnte die Nachbesprechung statt finden. Die Prüfer hatten einiges kritische anzumerken, aber letztendlich haben alle den praktischen Teil bestanden.

Nun heißt es weiter fleißig üben, üben, üben, denn der Ernstfall ist wohl die härteste Prüfung – da muss es einfach klappen. Und für die meisten geht die Ausbildung weiter bis zur Prüfung des Rettungstauchers.

Ulli und Kiwi