Montag, 09.08.2004

 

Achtjähriges Mädchen ertrank im Rotter See
Ein Feuerwehrtaucher fand das leblose Kind Montagabend 40 Minuten, nachdem es untergegangen war - Reanimationsversuche scheiterten - Notfallseelsorger kümmern sich um die Mutter
Von Klaus Elsen (Text) und Ingo Eisner (Fotos)

Troisdorf. Dramatische Szenen am frühen Montagabend am Rotter See in Troisdorf: Eine Stunde lang versuchen Notärzte und Rettungssanitäter das Leben eines achtjährigen Mädchens zu retten, das zuvor Taucher der Kölner Berufsfeuerwehr leblos aus dem Baggersee geborgen haben.

 

Mit Schlauchboot und Schnorchel suchten Polizei und Feuerwehr den Rotter See nach der Achtjährigen ab, die wenig später ein Taucher in drei Metern Tiefe fand.

Der Einsatz der Helfer ist vergeblich. Um 19 Uhr brechen Ärzte und Sanis ihre Reanimationsversuche ab - das Mädchen ist tot. Die Mutter des Kindes, die gemeinsam mit ihrer Tochter zum Schwimmen gegangen war, erleidet einen schweren Schock und muss ebenfalls von einem Notarzt behandelt werden.

Um 17.30 Uhr geht am Montag der erste Alarm bei Polizei und Feuerwehr ein: "Kind im Rotter See vermisst". Zu dieser Zeit und bei mehr als 30 Grad im Schatten sind die Liegewiesen und Badebuchten des beliebten Baggersees dicht bevölkert.

Viele Menschen bemerken zuerst gar nichts von der dramatischen Entwicklung in der Nordwestecke des Sees, unweit der Eishalle. Die Achtjährige ist unweit des Ufers plötzlich im etwa drei Meter tiefen Wasser verschwunden, ein zweites, noch jüngeres Kind wird noch gerade rechtzeitig von Badegästen aus dem Wasser gerettet.
 

Zwei Polizisten, die als erste Helfer am Ort sind, zögern nicht lange. Sie reißen sich die Uniformen vom Leib, borgen sich Tauchermasken und Schnorchel und stürzen sich in die Fluten. Sie können die aus Niederpleis stammende Achtjährige allerdings nicht finden.

Als die ersten Wehrmänner am Unglücksort eintreffen, sind schon einige Badegäste mit Schlauchbooten auf dem Wasser und suchen die Wasseroberfläche vor der großen Badebucht am Westufer des Sees ab. Auch die Feuerwehr lässt ein Boot zu Wasser.

Aber erst ein Taucher der Berufsfeuerwehr Köln findet das Kind - zehn Meter vom Ufer entfernt in drei Meter Tiefe. Seit dem ersten Alarm sind 40 Minuten vergangen.

Hunderte Menschen verfolgen vom Ufer des Rotter Sees aus die Suchaktion.

Notärzte und Sanitäter beginnen sofort mit der Reanimation. Der Polizeihubschrauber "Hummel 6" bringt einen weiteren Notarzt von der Augustiner Kinderklinik zum Rotter See. Nach einer Stunde geben die Retter auf. Alle Reanimationsversuche sind gescheitert, die Achtjährige ist tot.

Die Mutter des Kindes bricht zusammen. Sie wird von einem Arzt und von Notfallseelsorgern betreut. Die kümmern sich auch um die insgesamt 50 Polizisten, Feuerwehrleute, Taucher und Rettungskräfte, die sichtlich erschüttert auf den Tod des kleinen Mädchens reagieren.

 

Quelle: General-Anzeiger Bonn, Internetartikel vom 10.08.2004