Ulrike Mix, Wasserwacht Bornheim
Donnerstag 10. März 2005, 11.13 Uhr. Über SMS ergeht die Meldung zum
Eileinsatz in Himberg/Aegidienberg. Nach einem kurzen Telefonat mit dem
Tauchgruppenführer Bernd fahre ich so schnell wie erlaubt zum "Tatort". Hier
warten schon zwei etwas gelangweilt wirkende Polizisten in ihrem Auto. Nachdem
ich mich vorgestellt habe, zeigen einer von ihnen mir den Grund der Aufregung.
Der Himberger See wirkt wie ein Kratersee mit einem Durchmesser von vielleicht
hundert Metern und meist steiler Uferböschung. In den letzten eiskalten Tagen
ist er dick zugefroren, die strahlend klare Märzsonne scheint das Eis etwas
angetaut zu haben. In der Mitte des Sees befindet sich ein Loch von etwa einem
Meter Durchmesser. Und es führen Spuren zum Loch. Vom Ufer aus erkenne ich
schon, dass das Loch schon wieder zugefroren zu sein scheint. Es muss also
mindestens vom Vortag sein. Ein Spaziergänger hat sich da größere Sorgen gemacht
und aufgrund der Spuren zum Loch die Polizei alarmiert, die vorsichtshalber
Notfallmaßnahmen einleitete.

Nach einem kurzen Check der Lage und der Zugangsmöglichkeiten sehe ich auf dem
Parkplatz auch schon unser gerade eintreffendes Taucheinsatzfahrzeug, das mit
Sonderrechten aus Bornheim Roisdorf kam. An Bord sind Bernd, Helmut und Heiner.
Lothar und Dirk sowie unserer Freunde von der Wasserwacht Neunkirchen sind auch
schon da. Dazu stößt Ralph, der im Nachbarort wohnt. Helmut und Bernd kleiden
sich als Taucher in ihre Trockenanzüge, Lothar übernimmt (als Leiter der
Wasserwacht Bornheim) die Einsatzleitung. Und ab geht es mit dem ganzen Gerödel
den steilen Abhang runter zum See - mit dabei zwei Holzleitern, falls das Eis
nicht sicher trägt. Das tut es aber, obwohl es oben matschig angetaut aussieht
ist es noch mindestens 15 bis 20 cm dick. Es trägt neben den beiden Tauchern
auch noch mich als Leinenführer. Vorsichtig und mit Leinen gesichert begeben wir
uns zum Loch im Eis, das gar keins mehr ist. Falls jemand hier rein gefallen
sein sollte, wäre das schon länger her. Die Taucher wollen dennoch den Kopf
unter Wasser stecken, um ganz sicher zu gehen. Das müssen sie leider aufgeben,
weil das Eis im Loch schon wieder 10 cm dick, hart und glasklar gefroren ist.
Bei dem Versuch das Eis aufzubrechen, verletzt sich Bernd auch noch an der Hand.